Gliederung: Die Stolpersteine, die man sich selbst oft legt

Die Gliederung wird oft eingereicht, bevor man sich überhaupt mit der Präsentation auseinandersetzt. Du solltest folgenden Punkte beachten, damit du deine Gliederung später nicht bereuest.

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Stolperstein #1: Wesentliche Gliederungsteile fehlen

Werfe einen Blick in die Information des DIHK (diese findest du unter Ressoursen). Wie man bei dem Bewertungsbogen auf Seite 7 sieht, wird bei der Durchführung und Fachlichkeit von der Präsentation die Eröffnung, der Hauptteil und die Zusammenfassung (Fazit) bewertet. Dementsprechend sollte deine Gliederung mindestens aus

  • der Einleitung

  • dem Hauptteil und

  • der Zusammenfassung

bestehen. Die arme Zusammenfassung, die man auch sonst häufig sehr stiefmütterlich behandelt , wird gerne auch bereits bei der Gliederung vergessen.


Stolperstein #2: Unausgewogene Gliederung

Leider kommt es auch sehr oft vor, dass sich die zu prüfenden Personen zu sehr auf die Berechnung der Kennzahlen und die Analyse des Problems konzentrieren. Die Lösung wird gar nicht wirklich erarbeitet, sondern lediglich als Aufzählung möglicher Maßnahmen zum Abschluss der Präsentation vorgetragen. Das ist ein fataler Fehler, denn damit wird die formale Prüfungsanforderung "Es muss ein Problem beurteilt und gelöst werden" nicht erfüllt. Ich empfehle die folgende Aufteilung:

  1. ca. 5-10% Einleitung

  2. ca. 40%-60% Problemanalyse und Beurteilung

  3. ca. 40% - 60% Lösungsmöglichkeiten

  4. ca. 5-10% Zusammenfassung


Dies sind natürlich nur Richtwerte, die sich an der Best Practice basieren. rientieren. Sie sind daher nur eine Empfehlung - keine Vorschrift!


Stolperstein #3: Zu detaillierte Gliederung

Das Problem bei einer sehr detaillierten Gliederung ist, dass im Leben nur selten etwas nach Plan läuft. Man beendet die schriftlichen Prüfungen, beginnt mit der Arbeit an der Präsentation und stellt fest, dass z. B. andere Kennzahlen besser für die Analyse passen. Oder die vorgegebenen Lösungen helfen nicht wirklich bei der Problembeseitigung. Am häufigsten trifft dieses Problem die "Bilanzfälscher". Der Trick dabei ist, die Gliederungs- und Untergliederungspunkte individuell und themengerecht zu benennen, sie aber so allgemein wie möglich zu halten. Als ein Beispiel zur Inspiration: der Unterpunkt "Liquiditätsanalyse [...] ist besser als "Liquiditätsgrade".

Falls du dich doch in dieser prekären Situation befindest, dass die abgegebene Gliederung es nicht erlaubt, deine Präsentation sinnvoll aufzubauen, dann habe ich einen Rettungsring für dich:

"Da die Gliederung zumeist einige Wochen vor der mündlichen Prüfung erstellt wird, sind Änderungen an der Gliederung zulässig, sofern das gewählte Thema dabei nicht wesentlich verändert wird. Die Teilnehmenden sollten dies zu Beginn der Präsentation kurz erläutern." (Information des DIHK, II 4 b, Seite 5).

Wenn du deine Präsentation bereits vor der Abgabe der Gliederung schon gründlich ausgearbeitet hast, spricht natürlich nichts dagegen, eine detaillierte Gliederung einzureichen.


Stolperstein #4: Gliederungsstruktur entspricht nicht den Gütekriterien

Die Gliederung stellt eine Struktur deiner Präsentation dar. Eine gute Struktur sollte gleichartig, überscheidungsfrei und erschöpfend sein. Mehr allgemeine Information kannst du in diesem 4-minütigen Video erhalten (Regel "STRUCTURE" von International Business Communcation Standards, kurz IBCS genannt).

Im Fall von der Abschlusspräsentation für Bilanzbuchhalter/in IHK würde "gleichartig" bedeuten, dass die Benennung von Unterpunkten thematisch dem überstehenden Hauptpunkt entsprechen. So wäre zum Beispiel in dem Punkt "Analyse von Ertragskraft des XYZ GmbH" ein Unterpunkt "Liquiditätsgrade" Fehl am Platz. "Überschneidungsfrei" wäre nicht eingehalten, wenn in dem Punkt "Analyse der Ertragskraft des XYZ GmbH" ein Unterpunkt "Mögliche Lösungen zur Verbesserung der Ertragskraft" sich befinden würde. Oder wenn die Analyse bereits in der Einleitung als Unterpunkt beginnt. Der Punkt "erschöpfend" kannst du durch individualisierte Benennung von Gliederungspunkten erreichen.

Das Problem mit schlechter Gliederungsstruktur besteht darin, dass es dann schwierig ist, den roten Faden in der Präsentation zu behalten und eine Lösung strukturiert zu entwickeln (letzteres ist übrigens auch ein Bewertungskriterium).

 
 

Quellen:


„DIHK“ (2019): DIHK-Information zum Abschluss Geprüfter Bilanzbuchhalter/Geprüfte Bilanzbuchhalterin. Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. Online im Internet: URL: https://www.hk24.de/blueprint/servlet/resource/blob/4658194/c5012710402ebf4edc4e1dede94829b9/2019-dihk-information-pruefung-bilanbuchhalter-data.pdf (Zugriff am: 26.08.2021).


"IBCS" (2010): SUCCESS - Clip 7: STRUCTURE. International Buisness Communication Standards. Online im Internet: URL: https://www.youtube.com/watch?v=TJvaAMSewL0&list=PL52A10C541F3586DB&index=7 (Zugriff am: 26.08.2021).

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